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Heute ist Dr. Rainer Feldbrügge bei uns zu Gast. Soeben ist sein Buch „Systemisches Prozessmanagement“ erschienen, welches für uns Anlass ist mal mit ihm drüber zu sprechen.

Was kannst Du erwarten? Eine Antwort darauf, warum Digitalisierung von Prozessen häufig scheitert und was man anders tun sollte.

Als Organisationsberater begleitet Rainer Teams durch Veränderungen. Sein Anspruch lautet „Making Teams work“.

BJÖRN: Hallo Rainer, schön mal wieder mit Dir zu sprechen. Und ein besonderer Anlass ist es dazu! Dein neues Buch ist erschienen und wir wollen kurz drüber reden.

„Systemisches Prozessmanagement“ – das ist der Titel deines neuen Buchs, über das du erzählen wirst. Was können wir uns darunter vorstellen?

RAINER: Hallo Björn, geht mir genau so. Schön, dass es klappt.

Ein aktuelles Finding aus einer amerikanischen Fachzeitschrift verdeutlicht den Hintergrund: Weniger als 15% der Projekte zur digitalen Transformation liefern den erwarteten Benefit für ihre Organisation (MISQ Sep 2020). 87,5 % „Failure rate“! Das ist doch ein Armutszeugnis für unsere Profession, oder? Warum scheitern so viele Projekte? Einer der Hauptgründe ist die Kultur im Unternehmen: Digitale Lösungen unterstützen alle möglichen Formen der Kollaboration – wenn in der Kultur aber Hierarchie, Angst und Abgrenzung dominieren, kann das nix werden.

BJÖRN: Und da willst du mit einem neuen Ansatz helfen?

RAINER: Ich bin fest davon überzeugt, dass wir mit einem prozessorientierten Ansatz zur Digitalisierung auf dem richtigen Weg sind. Prozesse verstehen – modellieren – schrittweise automatisieren – besser verstehen – weiter automatisieren – und so weiter. Vernünftigerweise kann man das eigentlich nicht besser angehen. Aber da drin liegt die Krux: Es geht in Organisationen nicht (immer nur) mit Vernunft zu. Organisationen ticken anders. Das ist meine Kritik am etablierten Prozessmanagement: es ist einfach schrecklich rational. Und damit übersehen wir die Logik in Organisationen, die zwar meist intelligent, aber nicht immer rational ist.

Systemisches Prozessmanagement

Systemisches Prozessmanagement: Unternehmen digitalisieren – Teams mobilisieren 

MINAUTICS Bewertung: ⭐⭐⭐⭐⭐

ISBN 978-3791052618

BJÖRN: Was heißt das konkret für das BPM?

RAINER: Schau auf den BPM-Cycle: Da geht es konsequent von „Identify“ über „Analyze“ zu „Design“ und „Implement“. Analysieren kannst du ein Werkstück oder eine Laborprobe im Labor. Aber die Zusammenarbeit von Menschen in einem sozialen System – da gibt es keine Trennung zwischen „Wissenschaftler“ und „Objekt.“ Analyse kann nie „objektiv“ sein. Ein Team, dessen Prozess „analysiert“ wird, hält nicht still wie eine Speichelprobe im PCR-Test. Keiner will „analysiert“ werden – und schon gar nicht als „Schwachstelle“.

Ich möchte euch mitnehmen zu einer Änderung des Blickwinkels: Weg vom Defizit („Schwachstelle“, Problem) hin zur Ressource (Fortschritt) des Teams. Es geht nicht um einen objektiv beschreibbaren „Prozess“, sondern um ein Team, das für die Leistung in diesem Prozess verantwortlich ist. Dieses Team muss sich finden, muss stolz auf diesen Prozess sein und eine super Leistung für den Kunden bringen wollen. Darum geht es. Wenn du das erreicht hast, kannst du auch über Input, Output, Automatisierung, Performance und Kennzahlen reden.

BJÖRN: OK – dann sind wir gespannt auf deinen Input.

RAINER: Wer schon mal vorab was lesen will, kann sich eine Leseprobe für mein neues Buch auf meiner Website herunterladen.

Leseprobe „Systemisches Prozessmanagement“ – Dr. Rainer Feldbrügge | Organisationsberater (feldbruegge.com)

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