Prozesslandkarte

2021-05-07T14:35:32+02:00 By |
Lesedauer 2 Min

Aus Unternehmensorganisation ist der Begriff des Prozesses und damit einhergehend der Prozesslandkarte nicht mehr wegzudenken. Einzelne Tätigkeiten lassen sich nach komplexeren Handlungsmustern gruppieren, um diese wiederum zu Prozessen zusammen zu fassen. So weit, so gut – doch leider verliert sich bei den vielen Prozessen in einer Organisation der Überblick sehr leicht. Ein probates Mittel lautet: Struktur schaffen!

Um Struktur in die Ablauforganisation zu bekommen, bieten sich Prozesslandkarten an. Prozesslandkarten helfen uns, auf einem Blick Erkenntnisse zu bekommen, welche Prozesse im Unternehmen vorhanden sind, wie diese logisch zusammenhängen und welche Schnittstellen zu Kunden bzw. Lieferanten im Unternehmen besondere Beachtung erfordern.

Meist werden Prozessgruppen erzeugt, die Kernprozesse, Unterstützungsprozesse und Managementprozesse unterscheiden. Dabei sollen Kernprozesse die zentrale Leistungserbringung des Unternehmens beschreiben (also wofür der Kunde bereit ist Geld zu bezahlen). Supportprozesse stellen Mittel zur Durchführung von Kernprozessen dar (z.B. Personal, Finanzen, Infrastruktur etc.). Managementprozesse werden genutzt um das Prozesssystem und andere Elemente des Unternehmens fortlaufend zu konfigurieren, d.h. an sich verändernde Verhältnisse anzupassen.

Die Darstellung erfolgt meist mittels Wertkettendiagramm und verfolgt das Ziel übergeordente Zusammenhänge zu verdeutlichen.

Warum verwendet man für Prozesslandkarten kein BPMN?

Die BPMN wurde entwickelt um die Zusammenhänge einzelner Tätigkeiten in einem Prozess zu beschreiben und nicht für die Zusammenhänge zwischen mehreren Prozessen.

In einer Prozesslandkarte wechselt zwischen den einzelnen Prozessen schon mal die Multiplizität. Zum Beispiel wird einmal die gesamte Produktion (Summe aller Aufträge) betrachtet und danach nur ein einzelner Auftrag.

Darüber hinaus wechselt auch die Häufigkeit der Ausführung der Prozesse. Die Produktionsplanung wird z.B. einmal im Monat ausgeführt, die Bearbeitung der Kundenaufträge dagegen täglich mehrfach. Die Prozesse stehen aber trotzdem in einer logischen Reihenfolge:

Eine solche Übersicht mit der BPMN zu modellieren führt zu dem Problem, dass man eigentlich keinen Sequenzfluss benutzt darf. Die Planung führt man einmal im Monat aus, den Einkauf von Rohmaterial stetig, die Kundenaufträge werden für jede Bestellung produziert und der Warenverkauf erfolgt täglich aus der Produktion und aus dem Lager.

Zwei Leseempfehlungen:

https://mi-nautics.com/prozess-architektur-prozesslandkarten-und-ebenen/

https://www.vorest-ag.com/Qualitaetsmanagement-ISO-9001/Wissen/Was-Ist-Eine-Prozesslandkarte-Und-Wie-Wird-Diese-Prozesslandschaft-Erstellt

Ein Beispiel:

About the Author:

Björn Richerzhagen
Der gelernte Kaufmann, Betriebswirt und Wirtschaftsinformatiker ist einer der gefragtesten BPM-Experten. Er ist seit nunmehr zwei Dekaden an der Schnittstelle zwischen Fachbereichen und Technik unterwegs und versteht sich als Übersetzer zwischen den Welten. Als BPM-Berater und Trainer ist er OCEB- und CBPP-zertifiziert und begleitet Prozess-Initiativen auf Unternehmensebene ebenso, wie als Workflow-Analyst für Prozessautomatisierungs-Projekte.
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